Das Ventil der Seele

Wenn labile Menschen in Stress geraten, suchen sie sich ein Ventil. Viele davon fangen an, sich selbst Schmerzen zuzufügen, weil sie die Fehler immer erst bei sich suchen. Leider habe auch ich diesen Manko. Lange Zeit war Ruhe, denn meine Fläche für meinen Schmerz wurde durch eine Tätowierung entfernt. Ich habe mich viel Zurückgezogen um emotionalen Stress zu vermeiden. Wenn man aber mit Menschen zu tun hat, die man gern hat lässt sich der Abstand aber nicht immer einhalten. Viele Menschen, können dann nicht verstehen, dass man sich selbst verletzt um den Druck von der Seele zu nehmen. Das sogenannte *Ritzen*, ist gar nicht so selten, wie manch einer denkt. Ja die Narben sehen auf dauert nicht schön aus, deshalb gibt es auch Menschen, die sich in die Beine ritzen, was auch noch mal einen Schmerzpegel höher ist, als wenn man sich die Unterarme aufritzt. Rasierklingen, Teppich- oder Cuttermesser werden für solche Aktionen gern benutzt. Betroffene können förmlich merken, wie bei jedem Schnitt der Druck auf der Seele weniger wird. Ein Phänomen, welches die Psychologen noch nicht ganz erörtert haben. Was geht in so einem Menschen vor. Nun zunächst einmal muss eine enorme stressige Situation entstehen. Es ist nicht der Stress auf der Arbeit gemeint, sondern emotionaler Stress. Ein Streit, eine Meinungsverschiedenheit oder auch tagelanges Schweigen, zwischen zwei Parteien, die sich eigentlich sehr gern haben. Der Betroffene, kann die Sachen in seinem Kopf nicht sortieren und sucht die Fehler und die Schuld bei sich. Nur in wenigen Fällen, ist der Betroffene auch der Auslöser für seinen Stress im Kopf. Was spielt sich nun also dort ab. Der Betroffene versucht Antworten zu finden, dabei bekommt er aber ein enormes Druckgefühl im ganzen Körper. Der Druck muss dann irgendwo hin. Dann setzt man das Messer oder die Rasierklinge an und zieht sie über die Haut. Das Blut, was dann entweicht ist wie, wenn man Luft aus einem Schlauchboot ablässt. Es dauert auch nicht lange und man fühlt sich besser. Natürlich ist das alles nur eine Kopfsache und nicht gerade toll. Für den Betroffenen ist es aber oft der einzige Ausweg. Die Wunde wird heilen, leider hinterlässt dies oft nicht so schöne Narben. Im Sommer ist es nicht so klug, sich die Arme aufzuschneiden, denn es wird leichter gesehen, als im Winter. Darüber denken diese Menschen aber erst einmal nicht nach, denn sie haben genug Sorgen im Kopf. Wichtig ist eher, dass sie keine Vorwürfe oder verächtlichen Kommentare bekommen, denn das würde sofort wieder zu solch einer Reaktion führen. Es dauert ein paar Tage, bis sie emotional so stabil sind, dass sie auch wieder etwas mit negativer Kritik anfangen können. Es ist also nicht immer alles grün im Leben. Jeder verarbeitet Stress anders.

20.7.17 09:47

Letzte Einträge: Der Hulk in vollendeter Diagnose, Ein nicht immer einfacher Job, Ein auf und ab, Wie eine Milchglasscheibe, In Gedenken an einen guten Freund und Kameraden

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen