Der wandelnde Geist

Seit ein paar Tagen nun beherrscht der Geist den Körper. Es ist unmöglich sich auf eine Sache zu konzentrieren und an Schlaf ist nicht zu denken. Was ist nur los? Jegliche Spannungen, ob in der Beziehung, auf der Arbeit oder das Chaos in der Welt sorgen dafür, dass man nicht mehr zur Ruhe kommt. Wie in einen Nebel gehüllt geht man durch den Tag. Wenn man auf der Arbeit sitzt, fragt man sich, wie man denn dorthin gekommen ist. Alles ist dumpf. Jedes Geräusch ist ein weit entferntes dumpfes Dasein. Man verspürt keinen Hunger mehr und nimmt nur etwas Flüssigkeit zu sich, damit der Körper nicht ganz nachgibt. Man versucht seine Pflicht zu erfüllen, indem man sich nicht krank meldet, sondern brav zur Arbeit fährt. Dort muss man aufpassen, dass man nicht an den falschen gerät, denn jegliche Konfrontationen schüren die Anspannung und Aggression im Körper. Diese ständigen Wechsel von Aggression in eine Depression können einen wirklich in den Wahnsinn treiben. Die Ursache ist nicht einfach zu finden. Wenn man Pech hat, dann findet man sie gar nicht und man lebt einige Zeit damit. Es ist nicht gut für das Umfeld, nicht gut für die Beziehung und schon gar nicht gut für einen selbst. Der Rückzug ins Ich ist ein Weg, den man für sich alleine wählt, den aber nicht jeder versteht. Man bestraft sich dafür, dass man anders ist. Der Versuch es anderen zu erklären scheitert einfach, weil man es nicht in Worte fassen kann. Normalerweise sollte man bei so einem Wetter mit Aussicht auf ein Wochenende doch richtig happy sein. Aber irgendwie kann man sich nicht freuen, weil man genau weiß, es wird ein trostloses und sehr krampfendes Wochenende. Man erwartet nichts, denn im Grunde ist man froh, wenn man einfach nur amten und liegen kann. Die Kraft die andere immer Sehen ist verschwunden, es ist nur noch ein Kampf überhaupt irgendetwas zu tun. Man möchte den ganzen Tag nur zusammengerollt in irgendeiner Ecke liegen. Es ist aber der verkehrte Weg, denn so rutscht man in ein tiefes Loch ab und kommt nicht wieder raus. Ab und an hilft die Sonne, dass man es schafft doch einige Dinge zu tun, die einem normal leicht von der Hand gehen. Für Außenstehende ist es schwer zu verstehen, denn man versucht andere zu täuschen. Man lächelt, man führt normale Gespräche, aber das kostet so viel Kraft, dass man es nicht lange schafft sich auf sein Gegenüber zu konzentrieren. Da man auch niemanden vor den Kopf stoßen möchte, igelt man sich einfach zu Hause ein. Weinen reinigt die Seele, aber die Tränen sind ausgetrocknet, so dass die Seele nicht gereinigt werden kann. Man möchte doch einfach nur glücklich sein, mit dem was man hat, auf das was noch kommt. Die Frage, wie man da wieder raus kommt zermürbt einem den Kopf.

26.5.17 09:04

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